Seit Jahren suchen Menschen nach einer Möglichkeit, Bohnen ohne das unvermeidliche Gas zu genießen. Dieser Artikel beschreibt eine wissenschaftliche Untersuchung zur Reduzierung von durch Bohnen verursachten Blähungen, die in Zusammenarbeit mit Harvard-Wissenschaftlern durchgeführt wurde. Das Ziel war einfach: Finden Sie heraus, ob traditionelle Heilmittel oder sogar eine direkte enzymatische Lösung Bohnen weniger … musikalisch machen könnten.
Das Problem: Warum Bohnen dich zum Furzen bringen
Der Verursacher der bohnenbedingten Blähungen sind komplexe Zucker, sogenannte FODMAPs, insbesondere Oligosaccharide wie Raffinose, Stachyose und Verbascose. Das menschliche Verdauungssystem kann diese nicht abbauen, aber Darmbakterien gedeihen auf ihnen. Bei dieser bakteriellen Fermentation entsteht als Nebenprodukt Gas. Eine Verringerung der Menge dieser Zucker sollte theoretisch zu einer Verringerung der Blähungen führen. Diese Studie konzentrierte sich auf Stachyose, den häufigsten Störfaktor in den getesteten Pintobohnen.
Das Testen: Ein strenger Ansatz
Um gängige Methoden zur Gasreduzierung zu testen, rekrutierte ein Team in Harvard unter der Leitung der Professoren Pia Sörensen und Dave Weitz eine „Harvard Fart Squad“ aus Studenten, die ihr Verdauungssystem aufs Spiel setzen sollten. Es wurden 51 Bohnenproben getestet und 17 Variablen mit dreifacher Genauigkeit gemessen. Der Prozess umfasste fortschrittliche Labortechniken: Zentrifugen, Flüssigkeitschromatographie, Massenspektrometrie und Gefriertrocknung.
Was nicht funktioniert: Mythen entlarven
Trotz weit verbreiteter Ratschläge erweisen sich viele traditionelle Methoden als unwirksam. Das Einweichen der Bohnen für bis zu 24 Stunden, das Wegwerfen des Einweichwassers oder die Verwendung von Lorbeerblättern oder Kombu beim Kochen zeigte keine signifikante Verringerung der Gasproduktion. Überraschenderweise hatten mit Lorbeerblättern gekochte Bohnen tatsächlich das höchste Furzpotential. Die Studie legt nahe, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass die Lorbeerblätter das Gas speichern, anstatt es zu vertreiben, es sind jedoch weitere Tests erforderlich.
Konserviert vs. getrocknet: Ein geringfügiger Unterschied
Bohnen aus der Dose zeigten einen leichten Unterschied – etwa 20 % weniger Gas als frisch gekochte Bohnen. Die Studie stellt jedoch fest, dass dies eher auf die Bohnenbeschaffung als auf den Konservenprozess selbst zurückzuführen sein könnte. Goya-Bohnen (die im Test verwendet wurden) können von Natur aus weniger Blähungszucker enthalten als solche anderer Anbieter.
Bohnenkonserven ausspülen: Ein klarer Gewinner
Das Spülen von Bohnenkonserven reduziert die Blähungen um über 20 %. Die Flüssigkeit in Bohnenkonserven enthält eine höhere Konzentration an gaserzeugenden Verbindungen als die Bohnen selbst. Durch das Spülen geht jedoch der Geschmack verloren, da die entsorgte Flüssigkeit gelöste Feststoffe enthält, die den Geschmack verstärken.
Die Beano-Lösung: Ein qualifizierter Erfolg
Beano, das das Enzym Alpha-Galaktosidase enthält, spaltet diesen Zucker nachweislich auf. Die Zugabe von Beano zu pürierten Bohnen führte zu einer 2,5-fachen Verringerung des Furzpotenzials im Vergleich zu Bohnen aus der Dose und zu einer fast 3-fach geringeren Verringerung als bei frisch gekochten Bohnen.
Allerdings war der Effekt bei ganzen Bohnen weniger ausgeprägt. Die Studie ergab, dass Beano die Flüssigkeit hauptsächlich entfurzt, wenn es ganzen Bohnen zugesetzt wird, und dass das Enzym bei der richtigen Temperatur verwendet werden muss.
Das Urteil
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass herkömmliche Kochmethoden die Bohnengase nicht wesentlich reduzieren. Eingemachte Bohnen haben einen leichten Vorteil, aber das Abspülen geht zu Lasten des Geschmacks. Beano kann bei richtiger Anwendung (insbesondere mit pürierten Bohnen) Blähungen erheblich reduzieren.
Der Schlüssel zum Mitnehmen? Wenn Sie wirklich furzfreie Bohnen wünschen, ist ein enzymatischer Eingriff der zuverlässigste Ansatz. Während Folklore und anekdotische Heilmittel fortbestehen, bietet die Wissenschaft eine definitivere Lösung.



































