Königin Camilla trifft die Vergewaltigungsüberlebende Gisèle Pelicot bei einem symbolischen Treffen im Clarence House

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Königin Camilla traf sich am Montag im Clarence House privat mit Gisèle Pelicot, einer französischen Überlebenden jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs. Das Treffen unterstrich den Versuch der britischen Königsfamilie, das Problem der sexuellen Gewalt angesichts zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit, insbesondere im Zuge des Andrew-Epstein-Skandals, anzugehen.

Pelicots Memoiren und UK-Tour

Die 73-jährige Pelicot wirbt derzeit für ihre Memoiren „A Hymn to Life: Shame Has to Change Sides“ (Eine Hymne an das Leben: Scham muss die Seiten wechseln), in denen sie ihre schreckliche Erfahrung schildert, als sie fast ein Jahrzehnt lang von ihrem Ex-Mann und seinen Mitarbeitern unter Drogen gesetzt und wiederholt vergewaltigt wurde. Das Buch hat aufgrund seiner rohen Ehrlichkeit und Pelicots Weigerung, die Schande ihrer Täter zu tragen, internationale Aufmerksamkeit erregt.

Ihre jüngste UK-Tournee gipfelte am Freitag in einer ausverkauften Auftaktveranstaltung in der Londoner Royal Festival Hall mit Lesungen der Schauspielerinnen Kate Winslet, Kristin Scott Thomas und Juliet Stevenson. Die Veranstaltung zog über 2.000 Besucher an.

Ein privates Gespräch mit der Königin

Während des 30-minütigen Treffens sprach Königin Camilla über einen Dolmetscher mit Pelicot und begann mit einem selbstironischen Witz über ihr vor langer Zeit zurückliegendes Französischstudium. Sie gab bekannt, dass sie Pelicots Memoiren in nur zwei Tagen gelesen hatte, und erklärte, dass sie angesichts der Einzelheiten des Falles „sprachlos“ sei.

„Ich habe so viele Überlebende von Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch getroffen, dass ich nie gedacht hätte, dass mich irgendetwas noch schockieren könnte, aber Ihr Fall hat mich schockiert. Er hat mich sprachlos gemacht“, sagte Camilla angeblich.

Der breitere Kontext

Das Treffen findet zu einem kritischen Zeitpunkt für die Monarchie statt, die wegen ihres Umgangs mit den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs im Zusammenhang mit Prinz Andrew und Jeffrey Epstein erneut kritisiert wird. Durch die öffentliche Auseinandersetzung mit Pelicot signalisiert Camilla ihr Engagement für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und die Demonstration moralischer Führungsqualitäten.

Pelicots Fall erlangte internationale Bekanntheit, nachdem sie ihre Anonymität brach und behauptete, dass die Scham den Tätern und nicht den Opfern gehöre. Ein bahnbrechender Prozess in Avignon, Frankreich, endete im Dezember 2024 mit 50 Männern, die wegen Vergewaltigung oder Sexualstraftaten im Zusammenhang mit ihrem Missbrauch für schuldig befunden wurden.

Pelicot bedankte sich für die überwältigende Unterstützung, die sie erhalten hatte, worauf Camilla antwortete: „Sie haben so viel Unterstützung.“

Das Treffen zwischen Königin Camilla und Gisèle Pelicot ist ein klares Statement. Es erkennt die Schwere sexueller Gewalt an, insbesondere wenn Institutionen die Täter in der Vergangenheit abgeschirmt haben. Es unterstreicht die Notwendigkeit der Rechenschaftspflicht und der Stärkung der Überlebenden.